Ego sein

 

trifft

Eco Design

 

Ecodesign betrachtet den Einsatz von Ressourcen rund um ein Produkt. Dazu gehören neben allen Bereichen der Produktfertigung, auch der Produktlebenszyklus und die Produktentsorgung. Als Designer bei soform versuchen wir unserer Verantwortung gerecht zu werden und machen das Jahr 2018 zum JAHR DES ECODESIGNS. Zu diesem Thema arbeiten wir uns Stück für Stück in die umfangreichen Bereiche ein und suchen nach Ansätzen für zukunftstaugliches Design.

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AUSGANGSPUNKT

 

Wie sich in den letzten Jahren immer stärker abzeichnet, bringt die Vielzahl an Produkten und deren Herstellung grundlegende Probleme für unser Lebensumfeld mit sich. Dazu zählen Ressourcenknappheit, Umweltverschmutzung, soziale Ungerechtigkeit und eine Vielzahl weiterer Probleme.

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ZIEL

 

Mit dem Projekt “EGO-SEIN TRIFFT ECO-DESIGN” suchen wir nach Designansätzen und Kompromissen zwischen Ökonomie und Ökologie. Wir sind weder Ökös noch Greenpeace-Aktivisten – aber…. gibt es vielleicht kleine Veränderungen die etwas verändern können?

Produktkonzept

Ecodesign erweitert die klassischen Anforderungen an ein Produkt, wie Funktionalität, Sicherheit, Ergonomie und Preis/Leistung um die Umweltfreundlichkeit.

 

Leitlinien einer umweltgerechten Produktgestaltung

  • Verringerung des Energie- und Rohstoffbedarfs entlang des gesamten Lebensweges von Produkten;
  • zunehmender Einsatz erneuerbarer Rohstoffe, unter Berücksichtigung ihrer Verfügbarkeit und Regenerationsrate sowie der damit verbundenen Umweltwirkungen im Vergleich zur Nutzung nicht erneuerbarer Rohstoffe;
  • Erhöhung der Gebrauchstauglichkeit und Langlebigkeit von Produkten sowie Optimierung des Nutzens (Haltbarkeit, Reparaturfreundlichkeit, Anpassbarkeit, Funktionserweiterung und Multifunktionalität);
  • Stärkung der Wiederverwendung und Verbesserung der umweltverträglichen Verwertung (Wiederverwendung und Wiederaufbereitung von Produkten und Produktteilen, recyclinggerechte Konstruktion, Verminderung von Stoffverlusten);
  • Minimierung der von Produkten während ihres Lebensweges ausgehenden Emissionen (Schadstoffe, Strahlung, Lärm etc.) auf das technisch unvermeidbare oder nach Umwelt- und Gesundheitsaspekten vertretbare Maß;
  • Reduktion oder Substitution von umwelt- und gesundheitsbelastenden Stoffen sowie Entwicklung der dafür notwendigen Stoffe mit umwelt- und gesundheitsverträglichen Eigenschaften.

 

Quelle: Umweltbundesamt “Ökodesign”

Produktsinnhaftigkeit

Über den Sinn eines Produktes sollten wir uns als Designer im Vornherein Gedanken machen. Viele neue Produkte erfüllen keine Bedürfnisse. Durch die Knappheit der zur Verfügung ist die Sinnhaftigkeit eines Produktes der erste Schritt im Designprozess.

Konstruktion

Konstruktion Info folgt

Material

Bio-Lacke/Ecofarben

aglaia / naturalpaintsonline (deutscher Hersteller)

biofa (deutscher Vertrieb und v.a. für Holz)

earthbornpaints

 

Leder-Alternativen

Piñatex Ananasleder

Pilzleder aus Zunderschwamm, mycelium

– Nanaileder (Lachs)

– JACROKI® (80% Altpapier, 20% Latex)

–  Apfelleder

ScobyTec (aus Leipzig)

Fruchtleder (Trauben)

– Kork

 

Textil-Alternativen

– Tencel oder Modal von Lenzing Fibers

Paper no.9 (ohne Plastik)

–  Hanf, Leinen, Bio-Baumwolle

– Recyceltes Polyester

Bioplastic

loick-biowertstoffe
Deutscher Hersteller von Playmais, Verpackungschips (Farmfill) und Spritzgussteilen für Einwegprodukte, alles auf Basis von Mais

TECNAROArboform
Deutscher Hersteller mit vielfältigen Einsatzbereichen (Formteile, 3D-Druck, Tiefziehen, Verpackungen, Stifte, Mode, technische Bauteile u.v.m.). Grundstoff ist der Holzbestandteil Lignin der bei der Papierherstellung als Abfallprodukt (ca. 50 Mio. t – Stand 2014) anfällt.

Q-MILK
Naturfasern und Folien aus Milchbestandteilen (Casein) von abgelaufener/ nichtlebensmittelfähiger Milch. Auch als Polymergranulat erhältlich und als Formteile (Knöpfe, Besteck usw.) anwendbar.

ALGOPACK
Französischer Hersteller für Anwendungen wie Formteile, Tablet-Gehäuse, Gefäßen, Verpackungen mit Algen (leicht und nachhaltig anzubauen in Salzwasser)

ECOVATIVE
Hersteller von biologisch abbaubaren Schutzformen (anstatt des Styropors) mit dem Mycellum-Pilz als Grundstoff.

 

NOVAMONT
Französischer Hersteller. Distelöl als Basis (leicht anbaubar auf kargem Boden und mit wenig Wasser – keine Konkurrenz zu Speisepflanzen)

HARVARD
Erfolgreiches Universitätsprojekt mit Kunststoff aus Chitin als Hauptbestandteil (aus Krabbenschalen → ca. 1 Mio. t / Jahr). Absehbar niedrigere Kosten. Es entsteht ein Kunststoff mit der Solidität von Aluminium aber lediglich der halben Dichte.

 

ALESCO: Hersteller „grüner“ Folien

Fertigung

Bei der Produktion von Produkten können folgende Punkte näher betrachtet werden:

  • Der Rohstoffverbrauch, Nachhaltige Rohstoffe (Stahl energiehungrigen Produktion)
  • Der Energieverbrauch, Energieherkunft
  • Die Umweltbelastungen wie Luft, Boden und Wasser
  • Die Umgang mit Abfällen
  • Die Arbeitsbedienungen, Fertigungsort
Energie

Energie ist notwendig bei der Produktion, beim Transport, bei der Benutzung und letztendlich beim Recycling.

 

Lösungsansätze:

  • Produkte Entwicklung Energiesparend Konstruktion
  • Umstellung auf Ökostrom (damit unter anderem die Erneuerbare Energien ausgebaut werden). Der Wechsel-Service Wechsel-Bo hilft beim Wechsel transparent, ohne Werbung oder gekaufte Platzierungen.
  • Transportwege verkürzen
  • Verwendung von z.B. Energiesparlampe, Produkte bei nicht Benutzung komplett von der Stromversorgung trennen

 

Der Weltenergieverbrauch laut Umweltbundesamt:
1950 – 70 Mio. TJ
1970 – 220 Mio. TJ
2010 – 505 Mio. TJ

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Die Energieproduktivität
Sie ist ein Maß dafür, wie viel Geldeinheiten wirtschaftlicher Leistung (BIP) pro Einheit eingesetzter Energie erzeugt werden.

Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen

Quelle: Statistisches Bundesamt und AGEB – Eigene Berechnungen des Umweltbundesamtes

Transport

Der Transport von Produktionsstätte zu Auftraggeber und letztendlich zum Kunden ist oft ein langer Weg. Zumal bestimmt der Großteil in China produziert wird. In Fall von Amazon oder anderen Versandhändlern kommt nochmal eine Zwischenstation hinzu. Laut der EU-Kommission ist der Transportsektor für nahezu ein Viertel der CO2-Emissionen in der EU verantwortlich.

Verbesserungsmöglichkeiten:

  • Transportwege verkürzen durch regionale Produktion und/oder Direktversand der Waren (ohne Zwischenhändler)
  • Umweltverträglich versenden durch z.B. DHL GoGreen. Bei DHL GoGreen werden die Treibhausgasemissionen durch international anerkannte Klimaschutzprojekte ausgeglichen.
  • Projekten zur Wiederaufforstung oder zum Einsparen von CO2 Ausstoß wieder ausgleichen, z.B. durch Atmosfair
Verpackung

Laut einem SZ-Artikel gehen mehr als 17 Mio. Tonnen Verpackungen über die Ladentheke. Meist landen diese sofort wieder im Müll, d.h. die meisten Verpackungen sind unnötig. Im Durchschnitt produziert jeder Deutsche 36 kg Verpackungsmüll aus Kunststoff. Laut Verpackungsgesetzt muss eine Verpackung das Produkt schützen, zu seiner optimalen Lagerung beitragen und einen effektiven Transport ermöglichen.

Laut dem Artikel “Verpackung” aus dem Greenpeace Magazin gelangen aus Karton, Tüten und Dosen Chemikalien ins Essen. Labore finden regelmäßig Verpackungsrückstände wie etwa Mineralöle im Essen. Diese Mineralöle stammen von Druckfarben (Zeitungen) und gelangen über das Recycling in die Verpackung und von dort ins Essen.

 

  • Vorweg: Braucht es überhaupt eine Verpackung.
  • Das Verpackungsdesign: Produkte klein verpacken. Damit wird der Rohstoffverbrauch minimiert und es lassen sich mehr Pakete transportieren und die CO2Bilanz verbessert sich.
  • Beim Material auf Kunststoff verzichten, recyclingfähige und biologisch abbaubare Alternative
    Papierbasierende Verpackungen werden aus Holzfasern, einem natürlichen und erneuerbaren Rohstoff, hergestellt
  • Druck: nur Druckfarben verwenden die auch für Lebensmittelverpackungen geeignet sind (auch für andere Druckprodukte)
  • Alternative Metalldeckel ohne Weichmacher stellt die Firma Pano in Itzehoe her. “Blue Seal” ist ein PVC-freier Metalldeckel

 

Hersteller:

Marketing

Papier:
Recycling-Papiersorten, Blauer Engel Zeichen achten

Farben:
umweltfreundlichen Druckfarben auf Pflanzenölbasis, am besten Farben die sich auch für Lebensmittelverpackungen eignen (siehe unter dem Punkt Verpackung). Am besten die Druckerei darauf ansprechen.

Druckereien:
Zum Beispiel “Die Umweltdruckerei”.

Veredelungen:
Informationen hat page-online zusammengetragen.

Label


bluesign
Das bluesign® system ist die Lösung für eine nachhaltige Herstellung von Textilien.

 


PETA-Approved Vegan
Das Label für tierleidfreie Mode

 


EU Ecolabel
Das EU Ecolabel kennzeichnet Produkte und Dienstleistungen, die geringere Umweltauswirkungen haben als vergleichbare Produkte

 


Carbon Trust
Das Label ermittelt die Co2 Fußabdrücke (wieviel bei der Herstellung des Produktes anfällt).


Global Organic Textile Standard
Das Label steht für eine ökologische und sozial verantwortliche Textilproduktion.

 


Fair Trade

Das Label verändert den Handel durch bessere Preise für Kleinbauernfamilien, sowie menschenwürdige Arbeitsbedingungen für Beschäftigte auf Plantagen in Entwicklungs- und Schwellenländern.

 


fair wear foundation

Die Stiftung hat es zum Ziel die Arbeitsbedingungen in der Kleidungs- und Textilindustrie zu verbessern.

Lebensdauer

Zum Thema Reparier statt wegwerfen mit dem Unterthema “geplante Obsoleszenz” gibt es interessante Infos und Reportagen auf ARTE (Link)

Qualität

Hochwertig verarbeitete Produkte halten länger und gehen nicht so schnell kaputt. Ein klarer Vorteil hinsichtlich Nachhaltigkeit. Ökologische Labels verwenden nachhaltige Material und setzen die Qualität in den Vordergrund.

Erweiterbarkeit

Erweiterbarkeit Info folgt

Wiederverwendung

Ein gutes Beispiel für die Wiederverwendung sind die Möbel von Plastic Whale Circular Furniture. Aus Plastikmüll aus Amsterdamer Grachten werden Designmöbel hergestellt. Mehr dazu hier.

 

Auch die Marke Freitag stellt aus gebrauchten LKW-Planen, ausrangierten Fahrradschläuchen und Autogurten Taschen her.

Materialtrennung

Materialtrennung Info folgt

Recycling

Durch Recycling können Rohstoffe (etwa Erdöl) in den Kreislauf zurück geführt werden. Bundesumweltministerium  kommt auf eine Recycling-Quote von rund 80 Prozent. Erschein allerdings fragwürdig. Für die Quote ist nur entscheidend  was in die Anlage hineingeht, ob es verbrannt oder wirklich wiederverwertet wird spielt keine Rolle. Verlust sind sehr hoch.

 

Papier: reale Recyclingquote bei 83 Prozent
Altpapier lässt sich bis zu fünf Mal wiederverwerten. Kartons bestehen zu mehr als 90 Prozent aus Recyclingfasern. Ohne Recycling hätten deutsche Papierfabriken ein Rohstoffproblem

 

Glas: reale Recyclingquote 82 Prozent (3 Mio. Tonnen jährlich)
Glas lässt sich ohne Qualitätsverluste beliebig oft einschmelzen. Rohmaterial und Energie Einsparung. Container werden nicht zusammen geschüttet, Weiß-, Braun- und Grünglas in Kammern getrennt

 

Kunststoffe: stoffliche Verwertung von ca. 12 Prozent
Das Kunststoffen Recycling funktioniert noch nicht optimal (30 % der Kunststoffabfälle werden derzeit in der EU recycelt.). Unter dem Recycling ist bei Kunstoffen auch die energetische Verwertung gemeint, also das verbrennen von Plastikmüll. Kunststoffabfälle, die dunkel eingefärbt sind, werden von konventioneller Trenntechnik nicht erkannt. Damit diese Kunststoff Abfälle nicht zur Energiegewinnung verbrannt werden, sollen nun schwerz recycelbare Kunststoffe mithilfe einer neuen Anlage ab dem Jahr 2020 sortenrein sortiert und recycelt werden. Damit können  45.000 Tonnen Neuware ersetzt und somit 90.000 Tonnen CO2-Emissionen im Jahr vermieden werden.

In der Gelben Tonne landen in Großstädten bis zu 50 Prozent “Fehlwürfe”. Trennhilfe:

 

Fußabdruck

Der ökologische Fußabdruck ist ein Berechnungsverfahren für den Ressourcenverbrauch. Es geht um die Fläche auf der Erde die wir benötigen um unseen Lebensstandard zu halten. Und wie viel uns die Erde überhaupt bereit stellen kann. Der Weltdurchschnitt beträgt 2,9 gha, sollte aber deutlich unter 1,7 gha liegen. Der Fußabdruck sollte also deutlich verkleinert werden, da wir jetzt einen überhöhten Verbrauch der Ressourcen haben.

Den eigenen Fußabdruck berechnen

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Wir sammeln unsere Recherche-Ergebnisse auf unserer ECO-DESIGN Pinnwand auf Pinterest – um sie allen Wissbegierigen zugänglich zu machen. Natürlich freuen wir uns über jegliche Informationen die wir von Euch zu dem Thema “Nachhaltiges Design” bekommen und uns damit schlauer macht.